Lampen und Leuchten
Ein Cairo-Ratgeber zu Licht, Beleuchtung und Leuchtmitteln

Jetzt, mit den immer länger werdenden Nächten, der Zeitumstellung und den auch meteorologisch eher dunklen Monaten wird das Thema Licht und Beleuchtung in den Räumen, in denen wir leben und arbeiten, wieder dringlicher – wie wir an den täglichen Fragen und Nachfragen, die uns telefonisch, schriftlich und im persönlichen Gespräch in unseren Cairo Designstores erreichen, deutlich spüren. Deshalb haben wir diesen Ratgeber erstellt, um Ihnen – der Kalauer passt an dieser Stelle einfach zu gut – ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Welches Licht brauchen Sie für welchen Raum und wie wirken Farbtemperaturen? Was bezeichnen Begriffe wie Kelvin, Lumen oder Watt? Dieser Ratgeber antwortet auf derartige Fragen – und gibt außerdem mit einem exklusiven Interview Einblick in den Schaffensprozess eines Leuchtengestalters.

Wie unterscheiden sich Lampen, Leuchten und Leuchtmittel?


Umgangssprachlich werden die Begriffe Leuchte und Lampe häufig miteinander verwechselt, wenn nicht sogar gleichbedeutend verwendet, obwohl beide Begriffe unterschiedliche Sachverhalte bezeichnen. Richtig ist: Eine Leuchte ist die Vorrichtung zum Betrieb einer Lampe (beispielsweise Arbeits-, Decken- oder Nachttischleuchte) und eine Lampe ist das elektrische Verbrauchsmittel, wodurch Licht erzeugt wird (beispielsweise Glüh-, Halogen-, LED- oder andere Lampen). Heutzutage werden Lampen in der Regel als Leuchtmittel bezeichnet und diese Leuchtmittel sind austauschbare oder festverbaute Bestandteile von Leuchten.



Was sind Fassung und Sockel einer Leuchte bzw. Lampe?


Fassung und Sockel sind die Verbindungsstelle von Leuchte und Leuchtmittel unterscheiden sich dadurch, dass die Fassung ein Teil der Leuchte, der Sockel hingegen ein Teil des Leuchtmittels ist. Verschiedene Leuchten verfügen über verschiedene Fassungen. Ein Lampensockel muss mit einer Leuchtenfassung kompatibel sein, um Licht geben zu können – es sei denn, Sie schaffen eine Leuchte an, die über ein fest verbautes Leuchtmittel verfügt. Ein Lampensockel ist der Teil der Leuchte, der den mechanischen und elektrischen Kontakt zu einer Leuchtenfassung herstellt. Von Glühlampen sind die Sockelformen E14 und E25 bekannt. Das ‚E‘ steht für Edison, den Familiennamen des Glühlampen-Erfinders Thomas Alva Edison, die Zahl für den Durchmesser des Sockels in Millimetern. Man spricht auch vom Edisonsockel. Für LED-Lampen und Kompaktleuchtstofflampen sind diese Sockelformen weitgehend übernommen worden, aber es existieren noch viele anderen Fassung- und Sockelformen wie beispielsweise der G-Sockel, einem der gängigsten Sockelformen. Der Buchstabe ‚G‘ bezeichnet dabei das Material, aus dem die Sockel ursprünglich hergestellt waren: Glas. Die Zahl gibt den Abstand zwischen den beiden Strompolen an (siehe nachfolgende Grafik). Die Form von Fassung und Sockel einer Leuchte bzw. eines Leuchtmittels entnehmen Sie im Cairo Online Shop der Artikelseite oder den zugehörigen Produktdatenblättern.



Welche Leuchtmittel gibt es?


Es gibt verschiedene Leuchtmittel. Die bekanntesten sind die mittlerweile im Verschwinden begriffene Glühlampe, Halogenleuchtmittel sowie lichtemittierende Dioden, besser bekannt als LED. In Zukunft dürften OLEDs eine größere Rolle spielen, als das jetzt der Fall ist.

a) Halogenlampen

Halogenleuchten sind gasgefüllte Lichtröhren aus der Klasse der Gasentladungslampen. Bei diesem Leuchtmittel befinden sich Anode (nimmt Elektronen auf) und Kathode (führt Elektronen zu) in einer kleinen Röhre, die mit Halogenen (chemische Elemente) und Gasen gefüllt sind. In dieser Röhre bildet sich bei Stromzufuhr ein Lichtbogen, der zur Beleuchtung genutzt wird. Zusammen mit den LED-Leuchtmitteln gehören Halogenlampen zu den effizientesten Lichtquellen überhaupt. Halogenlampen kommen häufig in der Industrie und in öffentlichen Lichtsituationen zum Einsatz – also dort, wo lange Einschaltdauern und hohe Leuchtstärken gefordert sind. Das können Ausstellungen und Ladengeschäfte ebenso sein wie Filmsets oder von außen angestrahlte Gebäude. Halogenlampen haben den Nachteil, dass teilweise fast mehrere Minuten bis zur vollen Lichtleistung benötigt werden – dann ist aber eine Lichtleistung von 2.700 bis 20.000 Kelvin möglich. Außerdem gilt ab dem 1. September 2018 ein EU-weites Verbot von Hochvolt-Halogenlampen ohne vorgeschalteten Trafo. Auch Niedervolt-Halogenlampen werden zukzessive durch LED-Leuchtmittel ersetzt. Nur Doppelsockel-Halogenstäbe dürfen weiter verkauft werden, weil es hier noch keinen LED Ersatz gibt.

b) LED-Lampen

LED-Leuchtmittel sind mittlerweile die bekanntesten Leuchtmittel. Ein Chip aus Halbleiterschichten erzeugt das Licht. Die Lebensdauer von LEDs ist um ein Vielfaches höher als das von herkömmlichen Kohlefadenlampen. Bei gleicher Helligkeit verbraucht eine LED nur einen Bruchteil der Energie einer Glühlampe. LED-Lampen sind außerordentlich wirtschaftlich und energieeffizient. Auch bei tiefen Temperaturen sind LEDs sofort nach dem Einschalten hell. Gegen häufiges An- und Ausschalten sind LEDs unempfindlich. Die Wärmebelastung ist gering und die Leuchten sind vibrations- und stoßfest. LED haben eine geradezu konkurrenzlose Lebensdauer – qualitativ hochwertige Leuchte bringen Lebensdauern von 50.000 Stunden und mehr mit.

c) Natriumdampflampen

Natriumdampflampen sind wie Halogenlampen gasgefüllte Glasröhren, in denen das Licht durch Entladungsvorgänge entsteht. Der Lichtstrahl ist von orangegelber Farbe. Natriumdampflampen werden zur Hervorhebung in Tunneln oder unter Brücken genutzt, aber auch für Theaterbeleuchtungen und Pflanzenbestrahlung (zur Stimulation der Photosynthese). Für den Privatbereich sind Natriumdampflampen unüblich.

d) Kompaktleuchtstofflampen

Auch die Kompaktleuchtstofflampe zählt zu den Gasentladungslampen. Diese werden in der Regel nur in industriellen Anwendungen eingesetzt – beispielsweise zur Beleuchtung von Lagerhallen. Umgangssprachlich ist dieser Lampentyp auch als Energiesparlampe bekannt. Die Röhren dieser Lampen sind gedreht, gewendelt oder gefaltet – sie sind eben kompakter. Die Umweltbilanz der Kompaktleuchtstofflampen ist besser als die von Glüh- oder Halogenlampen, aber längst nicht so gut wie die von LED-Lampen.

e) Glühlampen

Glühlampen zählen zu den ältesten Formen elektrischer Lichtquellen. Diese Lampen funktionieren über einen Glaskolben, in dem ein elektrischer Leiter – heutzutage meist ein Metallfaden – durch Strom zum Glühen gebracht wird. Daher der Name Glühlampe. Glühlampen werden hauptsächlich zur Wohnraumbeleuchtung eingesetzt. Sie haben eine hohe Wärmeabstrahlung und eine im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln geringe Effizienz. Deshalb setzt die EU seit 2009 für alle Mitgliedsstaaten ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für Glühlampen um.

f) OLED-Lampen

OLED-Technik ist die Weiterentwicklung der LED. Die Abkürzung steht für Organic Light-Emitting Diode. OLEDs bestehen aus dünnen Schichten organisch halb-leitender Materialien. Im Unterschied zu LEDs sind die elektrische Stromdichte und die Leuchtdichte geringer. OLEDs sind hauchdünn und geben ein flächiges, gleichmäßiges Licht ab, weshalb die OLED-Technik bislang vorrangig für Smartphones und Tablet-Computer verwendet wird.



Was sind Energieklassen?


Energieklassen geben Ihnen Auskunft über den Energieverbrauch von Sachgütern (Automobile, Gebäude, Geräte). Im Alltag kennen Sie wahrscheinlich das EU-Energielabel für Elektrogeräte, welches die Hersteller von Elektrogroßgeräten anzubringen verpflichtet sind. Auch in unserem Webshop finden Sie bei Leuchten und Leuchtmitteln Angaben über die Energieeffizienzklasse in Form des bunten Energielables. Die Klassen richten sich nach dem US-amerikanischen Schulnotensystem und reichen von A+++ bis G (ab 2020 nur noch von A bis G). Die Klasse A hat den geringsten, die Klasse G den höchsten Energiebedarf. Im Cairo Online-Shop finden Sie die Energieklassen-Angabe auf der Artikelseite eines Leuchtmittels oder in den zugehörigen Produktdatenblättern.



Warum gibt es Energieklassen?


Energieklassen wurden eingeführt, um die Kaufentscheidung der Konsumenten zu unterstützen und Auskunft über die bei der Nutzung verbrauchte Energie zu geben. Der dafür richtige, aber sprachlich umständliche Begriff lautet Energieverbrauchskennzeichnung. Diese Kennzeichnung wurde von der EU 2010 verabschiedet und 2011 verpflichtend eingeführt.

Arten der Beleuchtung – direkt oder indirekt


a) Direkte Beleuchtung: effizient für exaktes Arbeiten

Wenn Sie einen Innenraum beleuchten wollen, haben Sie die Wahl zwischen direkter und indirekter Beleuchtung oder einer Mischform aus direktem und indirektem Lichteinfall. Die direkte Beleuchtung mit gerichtetem Licht ist die effizienteste Beleuchtung. Die zu beleuchtenden Raumteile – Tisch- und Arbeitsflächen in der Küche oder Schreibtische in Arbeitszimmern und Büros – werden ohne Zwischenreflektionen angestrahlt. Das geschieht meist durch kleine Tischleuchten. Dadurch entstehen im Raum starke Hell-Dunkel-Kontraste, wenn Sie keine weiteren indirekten Lichtquellen betreiben.

b) Indirekte Beleuchtung: angenehm für die Augen

Die indirekte Beleuchtung funktioniert über einen reflektierten Lichteinfall, das heißt, dass der Lichtstrahl über Raumflächen oder Gegenstände gewissermaßen umgeleitet wird. Reguliert wird die indirekte Beleuchtung durch den Abstand von der Lichtquelle zur Raumeinrichtung. Eine indirekte Beleuchtung ist zum Arbeiten oder Lesen meistens zu schwach, aber für Wohnräume, in denen ins-besondere ferngesehen wird, ideal. Der Fernseher sollte nicht die einzige Licht-quelle im Raum sein – die Augen ermüden sonst zu schnell. Indirekte Beleuchtung ist am Tage zumeist durch den Einfall des Tageslichts ausreichend stark. Hell-Dunkel-Kontraste fallen nicht so stark wie bei der direkten Beleuchtung aus und das Auge ermattet nicht bei der jeweils neuen Anpassungen an stark oder fast gar nicht ausgeleuchtete Raumbereiche. Für Wohn-, Schlaf- und Spielzimmer, aber auch für Durchgangsräume wie Flure oder Treppenhäuser ist die indirekte Beleuchtung in der Regel völlig ausreichend. Abends oder nachts wird die indirekte Beleuchtung durch Wand-, Stand- oder Deckenleuchten gewährleistet. Mit kleinen Leuchten auf Anrichten oder Kommoden setzen sie zusätzliche Akzente.

c) Der Idealfall: Kombinationsbeleuchtung aus direktem und indirektem Lichteinfall

Die ideale Raumbeleuchtung ist zumeist eine Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung. So haben Sie beispielsweise in Ihrem Büro oder Arbeitszimmer eine Tischleuchte und in der Küche einen Licht-Spot unter den Schränken oder der Dunstabzugshaube für direkten Lichteinfall auf die Schreibtischplatte, Arbeitsfläche oder den Herd; während der Raumhintergrund durch schwächere Wand- und Deckenleuchten oder das Tageslicht illuminiert wird. Mit dieser Beleuchtungsmischform erreichen Sie ein ideales Verhältnis von Beleuchtungsqualität und Energieverbrauch bzw. Stromkosten.

Was ist die Lichtfarbe?


Unter der Lichtfarbe versteht man die Farbe einer Lichtquelle (eines Leuchtmittels), die sich aus der spektralen Zusammensetzung des Lichts ergibt. Die Lichtfarbe ist prinzipiell ein Lichtgemisch unterschiedlicher Wellenlängen. Für die technisch-praktische Handhabung wird die Lichtfarbe in drei Lichtklassen rubriziert: warmweiß, neutralweiß oder tageslichtweiß.



Was ist die Farbtemperatur?


Die Farbtemperatur gibt das farbliche Erscheinen des Lichts an und wird in Kelvin bemessen. An der Farbtemperatur lässt sich ablesen, ob das Licht eines Leuchtmittels in seiner Farbe eher weiß oder eher rötlich erscheint. Zusammen mit den Farben des Interieurs eines Raumes kann die Farbtemperatur die Lichtstimmung eines Raumes erheblich beeinflussen. Farbtemperaturen bis 3000 Kelvin (warmweiß) erscheinen leicht rötlich, wirken warm und werden als behaglich, gemütlich und heimelig empfunden; darüber liegende Farbtemperaturen bis ca. 5500 Kelvin (neutralweiß) erscheinen weiß, wirken neutral und schaffen eine sachliche Lichtstimmung; während ab 5.500 Kelvin (tageslichtweiß) das Licht bläulich erscheint, kalt wirkt und eine anregende Atmosphäre schafft. Hohe Farbtemperaturen ab 5.500 Kelvin lassen sich am besten mit indirektem Tageslicht kombinieren.

Was ist die Farbwiedergabe?


Die Farbwahrnehmung hängt vom Licht ab. Farbe wird nur bei Licht perzipiert und die Farben bzw. die Farbwahrnehmung verändern sich in Abhängigkeit vom Licht – sowohl bei Tages- als auch bei Kunstlicht. Deshalb wirkt die Farbe von Tapeten, Lebensmitteln, Kleidungsstücken oder gar des eigenen Teints in unterschiedlichen Räumen, vor unterschiedlichen Hintergründen und in verschiedenen Lichtsituationen jeweils anders. Woran liegt das? Meistens an einer unzureichenden Farbwiedergabe des Leuchtmittels. Wenn eine Lichtquelle alle Spektralfarben enthält (wie beispielsweise das Licht der Sonne oder einer Glühlampe), ist die Farbwiedergabe der beleuchteten Gegenstände optimal und die Farben erscheinen natürlich. Eine Lampe mit ungleichmäßiger Verteilung der Spektralfarben bewirkt nur eine schlechte Farbwiedergabe.

a) Woran wird die Farbwiedergabe bemessen?

Die Farbwiedergabe wird mit einem Spektrometer gemessen. Dabei gilt das natürliche Sonnenlicht als Referenz, dessen Farbwiedergabeindex auf 100 Ra als maximaler Farbwiedergabe festgelegt ist. Die Abweichung der Farbwiedergabe unter Kunstlicht gegenüber der Farbwiedergabe unter Tageslicht gibt den Farbwiedergabeindex eines Leuchtmittels bzw. einer Lichtquelle an. Der Farbwiedergabeindex ist aber nicht von der Farbtemperatur des Leuchtmittels abhängig.

b) Wo lässt sich die Farbwiedergabe ablesen?

In Wohn- und Schlafräumen ist die Farbwiedergabe zu vernachlässigen – hier gilt ihr eigenes Empfinden, ihre Vorstellung von schöner Beleuchtung. In Büros und Werkstätten, wo es auf entspanntes Sehen und korrekte Farbeindrücke geht, ist ein Farbwiedergabeindex von mindesten 80 Ra nötig – vor allem auch, weil Signal- und Sicherheitsfarben gut erkenntlich sein müssen. Ob öffentliche oder private Beleuchtung – eine ideale Farbwiedergabe ist für jedes Leuchtmittel ein Qualitätsmerkmal. Die Farbwiedergabe in 80 Ra entnehmen Sie im Cairo Online Shop den Produktdatenblättern.



Für welche Räume brauchen Sie welche Farbtemperatur?


Die Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur kann das Befinden des Menschen beeinflussen. Verkaufsräume, Hotellobbys, Saunen und viele andere öffentliche Bereiche machen sich diesen Effekt zunutze, indem die Blau-, Gelb- oder Rotanteile in der indirekten Beleuchtung verstärkt werden. Blaues Licht, wie es vor allem in allen Arten von Bildschirmen auftritt, wirkt belebend, weil es die Melatonin-Ausschüttung (Melatonin ist ein Hormon, das an der Steuerung des menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist) hemmen kann – daher rührt auch die Empfehlung, unmittelbar vor dem Schlaf nicht mehr auf Bildschirme zu schauen, da diese wie Lichtquellen mit einem unnatürlich hohen Blauanteil wirken. Mittlerweile gibt es (allerdings umstrittene) Smartphone-Applikationen, die das Blaulicht filtern und den Bildschirm entsprechend abdunkeln. An Arbeitsplätzen wird aber gerade aus den genannten Gründen ein Licht mit hohen Farbtemperaturen eingesetzt. Die Farbtemperatur entnehmen Sie im Cairo Online Shop der Artikelseite oder den zugehörigen Produktdatenblättern.



Welche Licht-Messeinheiten muss ich kennen, um meine Räume richtig zu beleuchten?


Verschiedene Messeinheiten geben Auskunft über die Lichtqualität eines Leuchtmittels. Für den Haus- und Alltagsgebrauch sind nur einige wenige relevant. Die wichtigsten und meistgebrauchten SI-Einheiten (SI = Französisch für Système international d’unités; internationales Einheitensystem für physikalische Größen) stellen wir Ihnen hier vor.

a) Lumen gibt die Helligkeit an

Lumen ist eine Lichtsendegröße. Die gesamte Lichtleistung einer Lampe wird unabhängig von der Leuchtrichtung in Lumen angegeben. Das Lumen wird definiert als das Ergebnis von Lichtstärke und Raumwinkel. An dieser Einheit lesen Sie die Helligkeit eines Leuchtmittels ab.

b) Candela gibt die Lichtstärke an

Candela ist ebenfalls eine Lichtsendegröße. Die Einheit Candela beziffert die Lichtstärke, die dem Quotienten aus der Richtung des Lichtstroms und dem durchstrahlten Raumwinkel entspricht. Einfach gesprochen: Candela misst den Lichtstrom, der von einer Lichtquelle in eine bestimmte Richtung ausgesendet wird. Für den Endverbraucher von Leuchtmitteln ist diese Einheit in der Regel nicht relevant.

c) Lux gibt die Beleuchtungsstärke an

Lux ist eine Lichtempfängergröße. Die Einheit Lux gibt an, welcher Lichtstrom (gemessen in Lumen) auf eine bestimmte Fläche fällt (zumeist angegeben in qm). Wenn Sie private Lichtinstallationen vornehmen, ist diese Einheit für Sie nur von geringer Bedeutung. Für die Beleuchtung gewerblicher Räume gibt es rechtsverbindliche Vorgaben. Da mehrere Faktoren auf den Lux-Wert einwirken, lässt sich dieser nur errechnen (Lumen durch Quadratmeter). Deshalb finden Sie in Energieangaben eines Leuchtmittels keine Lux-Angaben.

d) Watt gibt den Energieumsatz an

Watt ist eine veraltete Bezeichnung für die Leistung eines Leuchtmittels, ermittelt aus dem Energieumsatz pro Zeitspanne. Seit der Abschaffung der Glühbirne wird die Helligkeit eines Leuchtmittels in Lumen angegeben.



Was ist die ideale Wohnraumbeleuchtung?


a) Durchgangsräume

In Durchgangsräumen wie Fluren, Treppenhäusern oder Eingangsbereichen sollten Sie auf eine wirkstarke und blendfreie Beleuchtung achten. Absätze, Schwellen und Treppen bieten Stolpergefahren, die Sie durch eine ausreichende Beleuchtung minimieren müssen. Eine gute Beleuchtung ermöglicht Ihnen und anderen Personen eine schnelle und sichere Orientierung. Insbesondere lange Treppen sollten Sie vom Absatz treppab beleuchten, denn durch die Schattenbildung lassen sich Trittstufen besonders gut erkennen.

b) Küche

Arbeitsplätze- und Flächen in der Küche sollten Sie hell und gleichmäßig beleuchten – idealerweise durch Tageslichteinfall und direkte Beleuchtung, die keine Körperschatten wirft (dies wäre bei alleiniger Beleuchtung durch eine Decken- oder Pendelleuchte der Fall). Der Schattenbildung wird meist durch Einbauleuchten auf der Unterseite von Wandschränken oder Wandleuchten oberhalb von Spülbecken oder Arbeitsflächen entgegengewirkt.

c) Esszimmer

Im Esszimmer sollte der Esstisch so beleuchtet werden, dass keine Sitzposition übermäßig geblendet wird. Von der Decke hängende Pendelleuchten sind hierfür ein Einrichtungsklassiker. Für größere Esstische sind entweder lange und schmale Leuchten oder mehrere einzelne Pendelleuchten geeignet. Der Raumhintergrund wird entweder durch Tageslicht oder andere optionale Lichtakzente beleuchtet.

d) Badezimmer

Kleine Badezimmer werden häufig nur von zwei Lichtquellen beleuchtet, die sich zumeist links und rechts des Waschbeckens befinden. Ein Badezimmerspiegel und helle, häufig sogar weiße Fliesen ermöglichen eine ausreichende Lichtreflexion. Bei größeren Badezimmern ist eine Kombination aus Tageslicht und Kunstlicht nötig. Neben der Waschtischbeleuchtung ist eine zusätzliche Decken- oder Wandbeleuchtung nötig.

e) Schlafzimmer

Im Schlafzimmer sind mehrere Lichtsituationen erforderlich. In den dunklen Stunden reicht eine kleine Nachttischlampe, die auch zum Lesen entsprechend ausgerichtet werden kann. Für die Gesamtbeleuchtung des Raumes empfiehlt sich eine Deckenleuchte, die den Raum gleichmäßig, aber nicht zu stark erleuchtet. Ein zu starkes Licht von hoher Farbtemperatur kann im Schlafzimmer kalt und abweisend wirken. Auch mehrere Wandleuchten sind für eine gleichmäßige Schlafzimmerbeleuchtung gut geeignet.

f) Kinderzimmer

Für ein Kinderzimmer empfiehlt sich eine helle und gleichmäßige Beleuchtung, da ein Kinderzimmer vielseitig genutzt wird (arbeiten, spielen und schlafen). Blendfreie Deckenleuchten mit weiter Lichtstreuung sind vorteilhaft; auch sollten die Lichtquellen dimmbar sein, um die Lichtstärke der Tageszeit anpassen zu können. Wie auch im Schlafzimmer für Eltern bzw. Erwachsene sollten an den Betten oder auf den Nachttischen kleine Tischleuchten für Lesezwecke oder nächtliche Beleuchtung angebracht sein.

g) Wohnzimmer

Die Beleuchtung im Wohnzimmer sollten Sie wohlerwogen an die Grüße des Raumes und die Einrichtung anpassen. Eine falsche Beleuchtung kann sich negativ auf Ihr Befinden auswirken, wie auch eine gute und richtige Beleuchtung Ihr positives Wohlergehen unterstützen kann. Ein Wohnzimmer sollten Sie eher mit Zier- denn mit Zweckleuchten illuminieren, damit Sie sich vollumfänglich wohl fühlen. Mit einer Kombination aus Hänge-, Steh- und Tischleuchten schaffen Sie im Wohnzimmer eine behagliche Atmosphäre. Mit lichtstreuenden, großflächigen Schirmen erreichen Sie eine stimmige Lichtverteilung und mit Indirektbeleuchtungen von den Wänden unterstützten Sie eine ausgewogene Hell-Dunkel-Verteilung ohne harte Kontraste. Dies ist vor allem beim Fernsehen wichtig, denn wenn der Fernseher die einzige Lichtquelle im Raum ist, beanspruchen Sie Ihre Augen zu stark. Auch kalte, tageslichtweiße Lichtfarben sollten Sie im Wohnzimmer vermeiden. In Wohnzimmern erzielen Sie mit einer solchen Beleuchtung möglicherweise eine abweisende und ungemütliche Wirkung.

h) Arbeitszimmer

Die in einem Arbeitszimmer ausgeführte Tätigkeit sollten sie als Richtschnur für die Art der Ausleuchtung ansetzen. Für Bildschirm- und Schreibtischarbeiten liegen Sie mit einer Kombination von direkter und indirekter Beleuchtung goldrichtig. Zusätzlich zu einer Deckenleuchte, die den ganzen Raum indirekt mit Licht versorgt, sollten Sie ihren Arbeitsplatz mit einer Schreibtischleuchte direkt beleuchten. Für solche Leuchten greifen Sie am besten auf Leuchtmittel mit hoher Farbtemperatur zurück.



Wie beleuchte ich einen Außenbereich?


Auch im Außenbereich brauchen Sie Licht! Und zwar nicht nur im Sommer, um angenehme Abende im Freien zu verbringen, sondern auch zu allen anderen Jahreszeiten, um beispielsweise auch bei Nacht sicher Ihre Einfahrt zu befahren und den Weg zur Haustür zu finden. Für Ihre Planungen können Sie die Beleuchtung Ihres Außenbereiches in zwei grob umrissene Kategorien einteilen: die ästhetische und die funktionale Beleuchtung. Die ästhetische Beleuchtung setzt beispielsweise Ihr Haus, Ihre Gartenpflanzen oder Ihren Teich ins Licht und zielt auf einen höchstmöglichen lichtgestalterischen Genuss ab. Die funktionale Beleuchtung ist rein zweckgebunden. Dabei richtet sich das Licht auf Wege, Treppen und die Flächen von Balkonen oder Terrassen. Dabei stehen vor allem eine gute Orientierung und Sicherheitsaspekte im Mittelpunkt des Beleuchtungskonzepts.



Was ist ästhetische Beleuchtung?


Die ästhetische Beleuchtung des Außenbereiches soll hauptsächlich einen optischen Genuss schaffen. Mit einer stimmungsvollen Lichtgestaltung strukturieren Sie den Garten und bringen Sie besondere Nuancen zum Vorschein. Bei der ästhetischen Beleuchtung von Balkonen, Gärten oder Terrassen sollten Sie differenziert, subtil und diskret mit Licht arbeiten. Vermeiden Sie es, Ihren kompletten Außenbereich in Licht zu ertränken. Richten Sie Schlaglichter auf einzelne Pflanzen oder Bäume (strahlen Sie diese bspw. von unten an). Lassen sie dazwischen Dunkelräume, um Kontraste zu schaffen. Bedenken Sie, dass Sie nah am Haus nur sehr wenige Beleuchtung brauchen, denn das Gebäude emissiert eine nicht unerhebliche Lichtmenge. Einen faszinierenden Eindruck von Tiefe erreichen Sie, wenn Sie hintere Gartenbereiche beleuchten. Tipp: Leuchten Sie das Grundstück nicht voll aus – es kann ohnehin nicht Ziel sein, den Garten taghell zu beleuchten, denn dadurch ginge einerseits die Faszination der Dunkelheit verloren, andererseits könnte eine zu helle Beleuchtung von Anwohnern und Nachbarn als störend empfunden werden.



Was ist funktionale Beleuchtung?


Funktionale Beleuchtung dient vor allem der Sicherheit und Orientierung. Auf Ihrem Grundstück sollten die Einfahrt, Haus- und Garagentore, Wege, Stufen und Treppen gut zu erkennen sein. Eine solche Beleuchtung können Sie über Bewegungsmelder steuern, womit Sie auch Einbrecher abschrecken. Beachten Sie, dass die Beleuchtung nicht blendet und verwenden Sie für zweckgebundene Beleuchtungen Leuchtmittel, die eine hohe Kelvinzahl aufweisen.

a) Solarleuchten für schmuckvolle Tischgestaltung

Für die Gestaltung von Tischflächen im Außenbereich sind Solarleuchten besonders gut geeignet – und das nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch aus praktischen und ästhetischen: Sonnenlichtbetriebene Leuchten kommen ganz ohne Stromzuführung aus, sie haben auf ihrem Garten- oder Terrassentisch keinen Kabelsalat.

b) Gartenstehleuchten für Ihre Sitzgelegenheiten im Freien

Mit Sitzgelegenheiten im Freien verhält es sich prinzipiell wie mit denen im Gebäude – mit einer guten Beleuchtung entlasten Sie Ihren Augen und intensivieren Sie Ihre Freude am Arbeiten, Essen oder Lesen. Dafür sind wie auch in Innenräumen Gartenstehleuchten ganz besonders gut geeignet!

c) Lichterketten für Balkone und Terrassen

Balkone sind durch Geländer eingefriedet, Terrassen häufig durch Hecken, Beete oder Rasenflächen. Diese „Grenzen“ können Sie wirkungsvoll in Szene setzen, wenn Sie Lichterketten einsetzen. Lichterketten bringen viele kleine Leuchten mit, die in der Summe ein angenehmes Licht abstrahlen und in der Regel nicht blenden.

d) Außenwandstrahler für Ihr Haus

Außenwandstrahler sind die Wahl, wenn Sie Ihr Haus beleuchten wollen. Gerade mit Wandstrahlern setzen Sie die Struktur von Fassaden aufmerksam in Szene. Sie können die Blickrichtung des Betrachters betonen oder das Augenmerk auf bestimmte Stilelemente oder Zugänge Ihres Gebäudes richten.

e) Einzelstrahler für Kunst- und Dekorationsgegenstände

Wenn Sie Kunst- oder Dekorationsgegenstände in Ihrem Garten zeigen, dann können Sie diese mit einem Einzelstrahler von unten beleuchten. Auch Baumstämme lassen sich auf diese Weise gut illuminieren und die Blattkronen wirken besonders differenziert, wenn das Laub von unten angestrahlt wird

f) Fackeln für Lichtstimmungen mit echten Flammen

Ganz besonders feierliche Lichtstimmungen schaffen Sie mit Fackeln. Entlang von Wegen oder rund um die Terrasse aufgestellt bilden Fackeln ein eindrucksvolles optisches Schauspiel. Das Flackern der Flammen erzeugt ein faszinierendes Schattenspiel.



Praktische Hinweise und Tipps


a) Wo und wie Leuchtmittel muss ich Leuchtmittel entsorgen?

Glühlampen und Halogenlampen werden über den regulären Hausmüll entsorgt. Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen müssen über den Sondermüll entsorgt werden. Dazu müssen Sie mit lokalen Wertstoffhöfen oder kommunalen Müllsammelstellen Kontakt aufnehmen. Leuchtstofflampen enthalten das hochgiftige Schwermetall Quecksilber und LEDs seltene Erden und elektronische Bauteile, weshalb letztere als Elektroschrott gelten. Aus diesen Gründen ist eine Entsorgung über den Hausmüll verboten; Kommunen können bei Zuwiderhandlung sogar Bußgelder verhängen.

b) Wie lange halten Leuchtmittel?

Die Lebensdauer von Leuchtmitteln ist abhängig von Material- und Verarbeitungsqualität und kann von verschiedenen Herstellern unterschiedliche angegeben werden. Dennoch können für Leuchtmittel folgende durchschnittlichen Lebens- und Brenndauern bei drei Stunden pro Tag angegeben werden:

Brenndauer: 3 Std. / Tag
Leuchtmittel Lebensdauer Brenndauer
Glühlampe 1.000 Std. 1 Jahr
Halogenlampe 2.000 - 4.000 Std. 2 - 4 Jahre
Energiesparlampe 10.000 Std. 9 Jahre
LED-Lampe 15.000 - 50.000 Std. 14 - 45 Jahre

c) Wie werden Leuchtmittel ausgetauscht?

Sofern Ihre Leuchte nicht über ein fest verbautes Leuchtmittel verfügt, lässt sich Ihre handelsübliche Lampe einfach austauschen. Bevor Sie das tun, sollten Sie Ihre Leuchte grundsätzlich vom Stromnetz trennen. Sodann können Sie Ihr Leuchtmittel aus der Leuchte entnehmen. Bei einem Schraubsockel geschieht das durch leichtes Drehen der Lampe, bei einem Stecksockel ziehen Sie das Leuchtmittel einfach heraus. Achten Sie unbedingt darauf, dass beim Einsetzen eines neuen Leuchtmittels Fassung und Sockel zueinander passen. Dann steht der Nutzung Ihres neuen Leuchtmittels nichts mehr im Wege!

d) Wo kann ich die hier genannten Licht-Messeinheiten ablesen?

Alle hier erwähnten Licht-Messeinheiten lesen Sie am besten auf der Artikelseite der jeweiligen Leuchte bzw. Leuchtmittels ab oder den dazugehörigen Datenblättern, die wir für Sie hinterlegt haben. Hier zeigen wir Ihnen ein Beispiel:



Wie entstehen Leuchten? Ein Gespräch mit dem Designer Stefan Gant


Stefan Gant ist Gründer und Inhaber der Leuchtenfirma GANTLights. Das Unternehmen entwirft, produziert und vertreibt handgefertigte Designleuchten und Betonlampen aus kontrastreichen Materialien wie Kupfer, Holz und Gold. In großzügig geräumigen Atelier- und Büroräumen zu ebener Erde im Berliner Stadtteil Neukölln empfängt der Designer Stefan Gant zu einem Gespräch über sein bevorzugtes Material Beton und den Prozess des Entwerfens.

Herr Gant, wie sind Sie dazu gekommen, Leuchten aus Beton zu entwickeln?

Wie so oft verdankt sich das dem Zufall. Ich habe Architektur studiert und hatte schon immer eine gewisse Materialaffinität. Während meines Studiums habe ich häufig Modelle aus Beton gebaut, irgendwann auch Lampen – und das meistens in Nachtarbeit. Nach dem Studium habe ich eine Weile als Architekt gearbeitet, aber diese Stelle habe ich gekündigt, um in Vollzeit meine Leuchten machen zu können. Später hatte ich die Situation, dass ich für meine Küche akut neue Leuchten brauchte. Ich habe dann in meinem Keller erste Versuche durchgeführt, ob man dafür eine Leuchte aus Beton machen könnte. Dabei habe ich festgestellt, dass die Sache überhaupt nicht so einfach ist, wie ich dachte, superviele Probleme mit sich bringt und nicht so funktioniert, wie ich das will. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis ich das Produkt hatte, was ich wollte – und weil das so aufwändig war, musste sich das für mich irgendwie rechnen. Ich musste mein Modell also auf den Markt bringen und verkaufen und habe die Leuchte just for fun über DaWanda online gestellt. Der Erfolg war tatsächlich immens. Und jetzt sitzen wir hier mit sieben Leuten und betreiben ein kleines Unternehmen.

Was genau macht die Faszination des Werkstoff Betons für Sie aus?

Es sind tatsächlich die Änderungen der verschiedenen Aggregatzustände. Erst hat man nur Pulver und Wasser, dann kippt man beides zusammen und am Ende ist die Mixtur steinhart. Außerdem reizt mich die Art der Arbeit, die damit möglich ist – man kann es in jede Form gießen, man braucht nur ein Negativ und am Ende füllt es jede Ritze aus. Man kann wahnsinnig fein mit Beton arbeiten und auf der Oberfläche faszinierende Strukturen schaffen. Beton wird meistens mit Brücken oder Hochhäusern assoziiert, aber das damit auch feine Kleinstarbeiten möglich sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Das fertige Produkt ist massiv, schwer, stabil und hält im Prinzip ewig. Man kann die Qualität des Betons auf Bildern gar nicht darstellen, das Material muss man haptisch erfahren, um seine hohe Güte schätzen zu lernen.

Gibt es Beton unterschiedlicher Qualitäten?

Aber ja! Heutzutage ist es so, dass Betonprodukte eigentlich aus Kunststoff bestehen und nicht die Qualität aufweisen, die sie haben könnten. Dabei handelt es sich zumeist um Kunststoffe, denen Farbpartikel beigemischt wurden. Wenn man das anfasst, hat man nicht die kühle und trockene Haptik wie von echtem Beton. Beton ist ja eigentlich ein Material aus der Architektur, aber ich lasse mich viel von der Architektur inspirieren. So ist zum Beispiel fast jedes Fensterbrett mit feuerverzinktem Blech abgedeckt. Das ist im Produktdesign noch nicht weit verbreitet und deshalb probiere ich aus, was sich damit alles machen lässt. Damit lassen sich tolle Materialkontraste schaffen!

Woran erkennt man echten und guten Beton?

Echter Beton zeichnet sich durch eine sichtbare Struktur aus, durch Einschlüsse von Luftlöchern, durch Grobporigkeiten und Ausblutungen, die dann entstehen, wenn das Wasser aus der Schalung läuft. All diese Merkmale sind die typischen Eigenschaften hochwertig verarbeiteten Betons, die sich nicht imitieren lassen. Meine Leuchten bestehen zu 100% aus solchem Beton. Viele Kunden merken das erst, wenn sie die Leuchten in der Hand halten. Zumeist kennen sie doch nur die Billigprodukte aus Gips- oder Kunststoffverbindungen, die gar keine Individualität rüberbringen.

Wie entsteht ein Entwurf?

Eigentlich beginnt es mit einem Problem – wie in der Architektur. Man muss beispielsweise ein Haus bauen und auf dem Baugrund gibt es gewisse Parameter in der Umgebung, die den Bau beeinflussen: Wie muss der Zugang liegen, wie hoch darf man bauen usw. Und so baue ich Lampen. Das Problem ist beispielsweise ein langer, dunkler Flur mit abgehängter Decke, in dem ich Licht brauche. Daraus ergibt sich, dass eine passende Leuchte lang, schmal und flach sein sollte. Und dann entwickle ich die Leuchte für diese Situation.

Was sind die nächsten Schritte?

Im nächsten Schritt zeichne ich erst einmal per Hand, dann in 3D am Computer, anschließend in 2D, um eine Konstruktionszeichnung zu machen und schließlich fertigen wir Prototypen aus unterschiedlichen Materialien an – Holz, Pappe, Styropor. Damit bekommt man ein Gefühl für die Dimensionen und Proportionen eines Entwurfes. An der Stelle führen wir noch Anpassungen oder Nachbesserungen durch, bevor der Entwurf in die Serienproduktion geht.

Was macht einen guten Entwurf für Sie aus?

Einfach muss er sein, schlicht, zeitlos und homogen in der Materialität. Ein guter Entwurf besteht für mich aus so wenig unterschiedlichen Materialien wie nötig und möglich. Grundform, Oberfläche, Statik, Befestigung, alles aus einem Material – wenn der Entwurf diese Reduktion zulässt und dabei nicht aufdringlich ist, ist er meistens auch gut. Oder wie Dieter Rahms sagt: „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich“. Für mich hat diese These auch viel mit der Materialität zu tun.

Wo produzieren Sie?

Wir produzieren ausschließlich hier in Berlin und mir ist auch wichtig, dass wir regional produzieren und keine weiten Wege zu den Produzenten haben. Wir wollen damit auch die regionale Wirtschaft unterstützen. Wenn man in Berlin designt, entwirft und entwickelt, empfinde ich auch eine gewisse Verpflichtung, hier mit den hiesigen Firmen zusammenarbeiten. Wir haben den Vorteil, dass wir höherpreisige Designerprodukte machen, das erleichtert die regionale Produktion. Die designaffine Kundschaft ist bereit, diese Mehrkosten für die regionale Fertigung zu bezahlen und so können wir alle Hersteller fair bezahlen. Ich sage auch meine Herstellern immer: Mach die Sache so, dass Du einen zufriedenstellenden Preis dafür fordern kannst, denn wenn wir eine Qualität erhalten, mit der wir nicht zufrieden sind, sind auch die Kunden nicht zufrieden – und das bringt keinem etwas. Deshalb will ich das regionale Arbeiten überhaupt nicht verändern, weil für uns die Vorteile einfach überwiegen. Ich finde daran nämlich auch angenehm, dass ich einfach hinfahren und mir die Erzeugnisse zeigen lassen kann. Gerade in unsere Betonwerkstatt fahre ich sehr häufig. Dort sprechen wir neue Ideen durch und ich erhalte direkt ein Feedback, ob eine Idee von mir sinnvoll durchführbar ist oder nicht. Diesen direkten und vor allem schnellen Austausch hätte ich nicht, wenn ich irgendwo im Ausland fertigen ließe. Besonders an unserer Produktionskette ist außerdem, dass jeder Kunde die Möglichkeit hat, sich die einzelnen Produzenten auf unserer Website anzusehen.

Herr Gant, wir danken für das Gespräch!



Quellenangaben


Dieser Ratgeber beruht auf folgenden Quellen:

  • Philippe P. Ulmann, Licht und Beleuchtung – Handbuch und Planungshilfe, DOM publishers, Berlin 2015

  • Rainer Langer, Innenbeleuchtungen. Praxistipps für Planung und Errichtung, Hüthig Verlag, München/Heidelberg 2016

  • sowie einzelnen Einträgen aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia und persönlichen Gesprächen mit Händlern, Herstellern und Gestaltern von Leuchten und Leuchtmitteln.

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