Hans Coray
Hans Coray (1906 – 1991)
Als Schöpfer des legendären Landi-Stuhls schreibt Hans Coray Designgeschichte. Der in Zürich geborene Designer wuchs in einem künstlerischen Milieu auf. Sein Vater, Han Coray, Begründer der Pestalozzischule, Kunstmäzen und Pädagoge, brachte ihn mit der intellektuellen und künstlerischen Avantgarde in Kontakt. Nach dem Romanistik-Studium arbeitete Hans Coray zunächst als Lehrer. Neben Psychologie, Graphologie, Astrologie und Philosophie galt sein Interesse schon früh dem Industriedesign. Ersten Stuhlmodellen ab 1930 folgte 1938 der geniale Entwurf des Landi-Stuhls im Auftrag des Chefarchitekten der Schweizerischen Landesausstellung. Als »einen offiziellen Stuhl, der in jeder Beziehung neu sein sollte«, präsentierte Coray zwei aus Draht und Blech konstruierte Modelle. Der Leichtmetallstuhl überzeugte nicht nur die Jury, er war eine Sensation. Von Kritikern wegen seiner 91 Löcher in der Sitzschale als »Aluminium gewordener Emmentaler« verhöhnt, avancierte er zu einer Design-Ikone des 20. Jahrhunderts. Heute hat er seinen Platz in allen wichtigen Museen der Welt. Hans Coray, der als Persönlichkeit mit Charme, Witz und Humor beschrieben wird, gestaltete weiter Möbel, aber auch Messestände. In seinem späteren Leben wandte er sich mehr und mehr dem Malen und Zeichnen zu.